• Michael Kurt Sonntag

Weltmünzenatlas – Cook-Inseln


Lage, Landesnatur, Bevölkerung und Religion

Bei den Cook-Inseln (engl. Cook Islands) handelt es sich um eine Inselgruppe im Südwestpazifik, die sich von Norden nach Süden über 1300 km erstreckt und aus den Nördlichen und den Südlichen Cook-Inseln besteht. Zu den nördlichen Inseln gehören Manihiki, Nassau, Penrhyn, Pukapuka, Rakahanga und Suwarrow und zu den südlichen Inseln zählen Rarotonga (dies ist auch die Hauptinsel), Aitutaki, Atiu, Mangaia, die Hervey-Inseln Manuae und Te Au O Tu, Mauke, Mitiaro, Palmerston Atoll und Takutea. Einige der Cookinseln sind niedrig und durch vorgelagerte Korallenriffe nur schwer zu erreichen, während die anderen hoch und leichter zugänglich sind und auch eine üppige Vegetation aufweisen. Auf diesen gedeihen Brotfruchtbäume, Kokospalmen, Bananen, Ananas und Papayas. Die Bevölkerung der Cook-Inseln ist rückläufig (1971: etwa 21 300 und 2012: 11 124 Einwohner), allerdings leben rund 31 000 Cook-Insulaner (Cook-Maori) in Neuseeland. 87,7% der Bevölkerung der Cook-Inseln sind Cook-Maori, etwa 5,8% stammen von Maori ab und 6,5% sind anderen Ursprungs. Da die Cook-Inseln seit 1823 durch europäische Missionare christianisiert wurden, sind die Protestanten die stärkste Religionsgemeinschaft (55%), gefolgt von den Katholiken (17%), den Siebenten-Tags-Adventisten (8%), der Kirche Jesu Christi der Heiligen der letzten Tage (4%), den Zeugen Jehovas (2%), der Versammlung Gottes (2%) und der Apostolischen Kirche (2%).

Kurzer Streifzug durch die ­Geschichte der Cook-Inseln

Entdeckt und besiedelt wurden die Cook-Inseln vermutlich im 9. Jahrhundert von polynesischen Einwohnern der Gesellschaftsinseln und Samoa. Im Jahr 1595 landete der spanische Seefahrer Alvaro de Mendaña de Neyra auf der Insel Pukapuka. 1606 landeten weitere Spanier unter der Führung des Portugiesen Pedro Fernández de Quiros auf der Insel Rakahanga. Die Briten kamen erst 1764 nach Pukapuka und nannten die Insel „Danger Island“ (Gefahreninsel), da sie nicht an Land gelangen konnten. Ab 1773 erkundete Kapitän James Cook einen Teil, der später nach ihm benannten Inseln, landete aber nie auf der Hauptinsel Rarotonga, auf der sich heute auch die Hauptstadt Avarua befindet. E soll der deutschbaltische Admiral Adam Johann von Krusenstern gewesen sein, der diese Inseln als erster Cook-Inseln nannte. Dieser Name tauchte dann erstmals in einer russischen Seekarte Anfang des 19. Jahrhunderts auf. 1789 landete der Kapitän der legendären „Bounty“, William Bligh, auf der Insel Aitutaki. Es war Bligh, der den Brotbaum auf die Cook-Inseln brachte. 1813 kamen erste europäische Beamte auf die Cook-Inseln und 1814 landeten erste Händler aus Australien und Neuseeland auf den Inseln, auf der Suche nach Sandelholz. Im Jahr 1888 wurden die Cook-Inseln britisch und am 11. Juni 1901 zu einer Außenbesitzung von Neuseeland erklärt. Am 16. September 1965 wurde den Inseln die volle innere Autonomie bei freier Assoziation mit Neuseeland gewährt. Seit 1971 sind die Cook-Inseln Mitglied des „Pacific Islands Forum“ und seit 1979 auch Mitglied des „Commonwealth of Nations“. Eine eigene Staatsbürgerschaft haben die Einwohner der Inseln aber nicht, sie sind allesamt Bürger Neuseelands. Was sie aber laut Verfassung haben, ist der Status des ständigen Bewohners des („permanent resident“), der wiederum vom Geburtsort und dem Status der Eltern abhängig ist. Staatsoberhaupt ist die britische Monarchin Elisabeth II., die in Abwesenheit von einem Gouverneur vertreten wird. Premierminister ist seit 2010 Henry Puna.

Die Münzen der Cook-Inseln

Obwohl den Cook-Inseln am 16. September 1965 die volle innere Autonomie bei freier Assoziation mit Neuseeland gewährt worden war und sie nun auch eigene Geldzeichen emittieren durften, schritten sie nicht sofort daran, eigene Münzen zu prägen. Schließlich galt der Neuseeland-Dollar schon lange als geseztliches Zahlungsmittel auf den Inseln und man mußte nicht sofort mit einer eigenen Münzemission beginnen. Erst ab 1972 prägten die Cook-Inseln dann erste Münzen auf der Grundlage 100 Cents (Tene) =

1 Cook-Inseln-Dollar (Tara). Zwischen dem Dollar der Cook-Inseln und dem Neuseeland-Dollar, der ebenfalls gesetzliches Zahlungsmittel war und es auch heute noch ist, herrscht Währungsparität, d. h. 1 Cook-Inseln-Dollar = 1 Neuseeland-Dollar. Die Münznominale, die die Cook-Inseln ab 1972 als reguläre Kursmünzen prägten, waren 1, 2, 5, 10, 20 und 50 Tene (Cents) und 1 Dollar. Mit Ausnahme der 1- und 2-Tene-Münzen, die aus Bronze bestanden, setzten sich alle übrigen Nominale aus einer Kupfernickel-Legierung zusammen. Alle Kursmünzen zeigten auf ihren Vorderseiten das Porträt von Elisabeth II. von Arnold Machin und auf ihren Rückseiten diverse Pflanzen und Tiere. Eine Ausnahme hierbei bildete nur der Dollar, der auf seiner Rückseite den polynesischen Fruchtbarkeitsgott Tangaroa abbildete. 1987 wurde das Königinnenbild von Arnold Machin durch jenes von Raphael David Maklouf ersetzt und das Repertoire der Kursmünzen noch um die Nominale 2 und 5 Dollars, ebenfalls aus Kupfernickel, aufgestockt. Die 1-Dollar-Stücke verringerte man im Durchmesser und im Gewicht und gab ihnen einen Wellenrand. 2003 führte man dann bei den Umlaufmünzen das Altersporträt der Monarchin von Ian Rank Broadley ein und brachte die 5-Dollars-Stücke nicht mehr in Kupfernickel, sondern in Aluminium-Nickelbronze aus. Seit 2010 fertigt man die 1, 2 und 5 Cents aus mit Messing galvanisiertem Eisen, die 10, 20 und 50 Cents aus mit Nickel galvanisiertem Eisen und die 1-Dollar-Münze aus einer Messing-Kufpernickel-Legierung. Auch veränderte man mit Ausnahme der 1-Dollar-Münze alle Rückseitenmotive. Berühmt und bei Münzsammlern beliebt sind die Cook-Inseln nun aber nicht wegen ihrer unedlen Kursmünzen, sondern wegen ihrer unzähligen Gedenk-, Sonder- und Barrenmünzen aus Edelmetall (Silber, Gold und Palladium). Münzen, die bisweilen auch noch mit zusätzlichen Farbapplikationen, mit glasklaren oder farbigen Swarovski®-Kristallen geschmückt oder mit Nanotechnik gestaltet werden und so besonders eindrucksvoll daher kommen. Gewidmet wurden diese zahlreichen Münzemissionen diversen Olympischen Spielen und Sportwettkämpfen, bedeutenden Ereignissen und Personen aus dem britischen Königshaus, großen internationalen Persönlichkeiten aus Kunst, Kultur und Religion, herausragenden Architekturmonumenten der Welt, berühmten Abenteurern, Entdeckern und historischen Persönlichkeiten, seltenen Pflanzen und Tieren, aber auch so ungewöhnlichen Dingen wie großen Automobilmarken, Löschfahrzeugen der Feuerwehr, verschiedenen Münzmotiven anderer Staaten, Schulschiffen anderer Nationen, diversen zur Erde gefallenen Meteoriten, verloren gegangenen Kunstwerken, Naturwunder anderer Länder oder gar Krankheiten wie dem Rinderwahn. Doch diese unzähligen Münzen wurden nicht auf den Cook-Inseln, sondern bei vielen verschiedenen Münzstätten im Ausland geprägt, so z. B. bei der [British] Royal Mint in London, der Royal Australian Mint in Canberra, der Western Australian Mint in Perth, der Pobjoy Mint Ltd. in Sutton, der Franklin Mint Inc. in Philadelphia, der Valcambi SA in Balerna oder der Meyer Mint GmbH in München bzw. Karlsfeld.

Quellen: Abb. 1: Münzhandlung F. R. Künker, Osnabrück; Abb. 2: Halbedel Münzen und Medaillen m.b.H., Salzburg (A); Abb. 3, 4, 5: Münzen am Zoo, Pollandt, Berlin. Den erwähnten Münzhandlungen sei an dieser Stelle ausdrücklich und herzlich gedankt.

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